Objektiv

Ein Objektiv ist ein sammelndes optisches System, das eine reelle optische Abbildung eines Gegenstandes (Objektes) erzeugt. Es ist die wichtigste Komponente abbildender optischer Geräte, zum Beispiel von Kameras.

Bestandteile eines Objektivs können jedoch sowohl Linsen als auch Spiegel sein, die sich je nach Einsatzzweck in einem Tubus befinden, der innen geschwärzt und gerippt ist, um Streulicht zu vermeiden. Das Hauptmerkmal eines Objektivs ist dessen Brennweite , die für einen gegebenen Objektabstand den Abbildungsmaßstab bestimmt.

Wichtige weitere Eigenschaften sind:
Ebenso wie das Objekt ist das erzeugte Bild dreidimensional. Es kann aber nur in einer Ebene, der Bildebene , betrachtet bzw. fotografiert werden und erfordert daher - je nach Entfernung des Objekts - eine Scharfeinstellung (Fokussierung):
Die Verschiebung erfolgt manuell durch ein feines Gewinde, bei Geräten mit Autofokus durch kleine Schrittmotoren.
Diese 4 Kategorien gelten für Objektive mit fester Brennweite. Populärer unter heutigen Amateurfotografen sind jedoch Zoomobjektive, die eine Veränderung der Brennweite erlauben und je nach deren Bereich auch mehrere der genannten Kategorien abdecken können. Zoomobjektive werden auch nach ihrem relativen Brennweitenbereich kategorisiert (z.B. Zoomobjektiv 1:3) und sind umso schwerer und teurer, je lichtstärker sie sind und je größer ihr Verhältnis zwischen längster und kürzester Brennweite ist.

Weitere Unterscheidungsmerkmale sind die fotografische Lichtstärke (= Öffnungsverhältnis), derBildwinkel, in dem ein Objektiv ein scharfes Bild zeichnet. Eine weitere Objektiv-Eigenschaft ist die Naheinstellgrenze (die kleinste Distanz, auf die es fokussieren kann). Sie bestimmt, wie nah man an das Motiv "herangehen" kann. (Makroobjektiv)




Objektivanschluss

Der Objektivanschluss ermöglicht das Wechseln des Objektives einer Kamera (Wechselobjektiv). Zur Verbindung zwischen Kameragehäuse und Objektiv sind unterschiedliche Systeme in Gebrauch, insbesondere Schraubgewinde und Bajonettanschlüsse.

Das historisch erste und einfachste waren Objektive, die auf einer rechteckigen Platte auf das kastenförmige Kameragehäuse aufgeschoben wurden.

Das heute verbreitete System zum Anschließen von Wechselobjektiven ist jedoch das Objektivbajonett. Hierbei greifen rund um die Hinterlinse des Objektivs angeordnete metallische Nasen in entsprechende Aussparungen am Flanschring des Kameragehäuses ein.




Objektivbajonett

Als Objektivbajonett bezeichnet man in der Fotografie einen Objektivanschluss.

Das heute im Massengebrauch verbreiteste System, Wechselopjektive anzuschließen, ist das Objektivbajonett. Dieses ist meist herstellerspezifisch ausgeführt und funktioniert mit metallischen Nasen rund um die Hinterlinse des Objektivs, die in entsprechende Aussparungen am Flanschring des Kamera-Gehäuses eingreifen.

Die Montage-Position ist meist mit einem farbigen Punkt am Kameragehäuse und am Objektiv markiert. Vorteil eines Bajonettes gegenüber Schraubanschlüssen ist, dass man nicht umgreifen muss: Mit einer Handdrehung (meist um 60 bis 90 Grad) sind Objektiv und Kamera miteinander gekoppelt. Das Einrasten bedarf nur des genauen Positionierens und Drehens: beim Erreichen der korrekten Kopplung rastet das Objektiv ein. An einem Knopf am Kameragehäuse kann das Objektiv wieder entriegelt werden.

Der Abstand zwischen Film bzw. Sensor und der Objektivauflage am Bajonett wird als Auflagemaß bezeichnet, er differiert je nach Hersteller und liegt bei Kleinbildspiegelreflexkameras oft um die 45 mm.

Neben der reinen Befestigungs-Funktion sind zumeist im Bajonett auch Elemente der Sensorik und Aktion integriert:





Objektivgewinde

Als Objektiv- oder Schraubgewinde bezeichnet man in der Fotografie einen standardisierten, herstellerunabhängigen Objektivanschluss für Wechselobjektive. Schraubgewinde bilden den Vorläufer der heute den Markt dominierenden Bajonettanschluss und wurden hauptsächlich bis in die 1970er Jahre genutzt. Vor allem das M42-Gewinde bietet aber auch heute noch einen günstigen Zugang zur Spiegelreflex-Fotografie mit qualitativ hochwertigen Optiken, die für andere Anschlüsse (neu wie gebraucht) meist teurer ausfallen. Ein weiterer allgemein eingeführter Objektivgewinde-Typ ist T-2.




Objektivstandarte

Die Objektivstandarte dient der Befestigung eines Objektivs an einer Fachkamera. Bei derartigen Kameras ist die Objektivstandarte mit der Vorrichtung zur Aufnahme des Filmes mit einer flexiblen Vorrichtung (denBalgen) verbunden. Die Objektive können an der Objektivstandarte zumeist getauscht werden.




Offenblendmessung

Mit Offenblendmessung ausgestattete Spiegelreflexkameras messen die Belichtung bei offener Blende, d.h. der größtmöglichen Öffnung des Objektivs.

Der Wert der für die Aufnahme eingestellten Blende am Objektiv (also der während der Aufnahme verringerte Lichteinfall) wird entweder mechanisch oder elektronisch der Kameraelektronik relativ zur größten Blendenöffnung übermittelt und von dieser vorweg gerechnet bzw. simuliert (Blendensimulation). Die Belichtungsmesser bestimmt dann auf dieser Grundlage die erforderliche Belichtungszeit und zeigt sie als Vorgabe im Sucher an (für die manuelle Zeiteinstellung) oder gibt sie dem Verschluss automatisch vor (Zeitautomatik), oft mit einer Anzeige verbunden, die vor zu langen, verwacklungsgefährdeten Zeiten warnt.

Im Moment der Auslösung wird der Schwingspiegel hochgeklappt, die Springblende auf den voreingestellten Wert geschlossen und anschließend der Schlitzverschluss zur Aufnahme geöffnet.




Okularverschluss

Ein Okularverschluss ist eine Vorrichtung im Sucher von Spiegelreflexkameras mit eingebauter Belichtungsmessung und dient zur Vermeidung von Fremdlichteinfall durch den Sucher, wenn das Auge nicht am Okular ist.

Der Okularverschluss ist meist nur an professionellen Kameras zu finden, während andere Kameras eine Plastikkappe im Lieferumfang haben, die auf das Sucherokular geschoben werden kann und den selben Effekt hat.

Der Okularverschluss wird bei Aufnahmen vom Stativ verwendet, wenn die Gefahr besteht, dass Fremdlicht von hinten durch den Sucher eindringt und so die Belichtungsmessung der Fotozelle in der Kamera verfälscht, anstatt nur den Lichteinfall durch das Objektiv zu messen.

Wenn die Kamera am Auge ist, hat der Okularverschluss keine Funktion. Okularverschlüsse sind meist farbig markiert, damit man beim Blick durch den Sucher sofort erkennt, ob er geschlossen ist, oder aber der Objektivdeckel versehentlich das Bild abdeckt.




One-Shot-Sensor

One-Shot-Sensoren in Kameras registrieren gleichzeitig die drei Grundfarben der additiven Farbsynthese (Rot, Grün und Blau). Durch eine Farbfilterschicht auf dem CCD wird das Licht in seine Spektralbereiche zerlegt; jede Zelle ist nur für eine Farbe des Spektrallichts empfindlich, die fehlenden Farbwerte werden interpoliert.