Langzeitbelichtung

Von Langzeitbelichtung wird in der Fotografie ab einer Belichtungszeit von mehreren Sekunden gesprochen. Langzeitbelichtungen werden eingesetzt, um auch bei geringem Licht noch fotografieren zu können oder um Bewegungsabläufe aufzuzeigen, im technischen und künstlerischen Bereich.

In der Nachtfotografie werden Langzeitbelichtungen häufig eingesetzt, das Anwendungsgebiet ist jedoch universeller.

Langzeitbelichtungen zeigen einen Ausschnitt der Zeit, wie wir ihn normalerweise nicht wahrnehmen können. Im Gegensatz zu "normalen" Fotografien halten sie nicht einen kurzen Augenblick fest, sie bilden das Motiv in einem längeren Prozess ab. Bewegungen werden dabei verwischt, sie zerfließen in der Zeit.

Durch die lange Belichtungszeit ergibt sich bei bewegten Objekten eine große Bewegungsunschärfe, die als gestalterisches Mittel genutzt werden kann . Bewegte Objekte oder Personen verschwimmen und können sogar völlig "verschwinden", was bei z. B. Architekturaufnahmen genutzt wird. Im Dunklen hinterlassen helle Objekte (z. B. Scheinwerfer von Fahrzeugen) Lichtstreifen. Langzeitaufnahmen eines Nachthimmels (ohne Beeinflussung störender Lichtquellen wie Straßenbeleuchtungen etc.) lassen die Sterne durch die Erddrehung wie Striche bzw. Kreissegmente aussehen.

Die meisten Langzeitbelichtungen spielen sich im Rahmen von fünf Sekunden bis hin zu mehreren Minuten ab. Der Belichtungszeit ist nach oben kaum eine Grenze gesetzt. Eine korrekte Belichtung bei langen Zeiten kann durch verschiedene Mittel erreicht werden:
Soll nur ein sich bewegendes Objekt, nicht aber der Hintergrund verwackelt und verschwommen wiedergegeben werden, so muss die Kamera gegen verwackeln gesichert werden z. B. durch ein stabiles Stativ . Bei Verwendung eines Stativs sollten Bildstabilisierungs-Systeme abgeschaltet werden. Sie können sonst durch "Überreaktionen" wieder zu verwackelten Bildern führen.

Bei Kameras mit manueller Belichtungseinstellung oder Zeitvorwahl lassen sich lange Belichtungszeiten direkt einstellen. Auf den meisten Kameras ist die Funktion für die Langzeitbelichtung mit einem B gekennzeichnet, das für Bulb (engl. Blasebalg/-Ball) steht. Bei den meisten elektronisch gesteuerten Kameras wird die Belichtungszeit jedoch durch die Kapazität der Batterie begrenzt, da das Offenhalten des Verschlusses Strom benötigt. Kameras mit mechanischem Verschluss erlauben nahezu unbegrenzte Belichtungszeiten.

In den Anfängen der Fotografie war die Langzeitbelichtung kein reines Gestaltungsmittel, sondern eine Notwendigkeit. Gründe dafür waren die geringe Empfindlichkeit des Fotomaterials und geringe Lichtstärke der Objektive.




Leitzahl

Als Leitzahl wird die Maßzahl bezeichnet, mit der die Lichtleistung eines Blitzgeräts angegeben wird.

Über die Leitzahl kann die Entfernung zwischen Blitzgerät und Motiv berechnet werden, bei der der Blitz ein Bild ausreichend belichten kann oder umgekehrt bei gegebener Leitzahl und Entfernung die am Kameraobjektiv einzustellende Blende ermittelt werden. Diese Formel gilt für ein Motiv "mittlerer Helligkeit", weicht das Motiv von dieser Vorgabe ab, muss das Ergebnis entsprechend korrigiert werden.

Die Helligkeit des ausgeleuchteten Objektes nimmt mit dem Quadrat des Blitzabstands ab, entsprechend liefert also ein Blitzgerät mit doppelter Leitzahl die vierfache Lichtmenge.

Wird eine Kamera im manuellen Betrieb genutzt, kann die Leitzahl als Kalkulationshilfe für die Belichtung genutzt werden.

Moderne Blitzgeräte messen das vom Motiv reflektierte Licht durch einen Sensor und steuern so die Leuchtdauer des Blitzes. Im Zusammenspiel mit dafür ausgerüsteten Fotoapparaten kann die Lichtmenge auch durch das Objektiv gemessen und gesteuert werden. Manche einfacheren Digitalkameras stellen die Lichtleistung des eingebauten Blitzes auch mittels Leitzahlrechnung ein, indem die eingestellte Blende und die vom Autofokus ermittelte Objektentfernung verwendet werden.

Viele Blitzgeräte bieten die Möglichkeit, mittels eines verstellbaren Reflektors den ausgeleuchteten Bildwinkel dem Aufnahme-Bildwinkel der Kamera anzupassen. Üblicherweise wird die Brennweite eines Objektivs angegeben, das an einer Kleinbildkamera einen passenden Bildwinkel hat. Dabei ändert sich mit der Größe der ausgeleuchteten Fläche auch die Leitzahl.




Lichtstärke

Als Lichtstärke bezeichnet man in der Fotografie das Verhältnis der größten wirksamen Blendenöffnung zur Brennweite einesObjektivs:



Die größte wirksame Blendenöffnung entspricht dabei dem maximalen Durchmesser der Eintrittspupille des Objektivs (bei kreisförmigen Blenden). Andere Bezeichnungen für die Lichtstärke sind maximales Öffnungsverhältnis, relative Öffnung oder geometrisches Öffnungsverhältnis. Die Lichtstärke ist neben der Brennweite und dem (meist über die Bilddiagonale angegebenen) Bildwinkel der wichtigste Kennwert eines Objektivs.

Die fotografische Lichtstärke entspricht dem Kehrwert der kleinsten Blendenzahl \displaystyle \kappaeines Objektivs. Entsprechend wird die Lichtstärke auch meistens in der Bruchform 1/κ oder 1:κ angeschrieben (also 1/2,8 oder 1:2,8). Als alternative Schreibweisen haben sich f/κ und F κ (also z.B. f/2,8 oder F 2,8) ebenfalls eingebürgert.

Man darf die fotografische Lichtstärke nicht mit der Beleuchtungsstärke verwechseln. Die Beleuchtungsstärke beschreibt die Helligkeit eines (flächenhaften) fotografischen Motivs und hat mit dem Vorhandensein oder gar den Eigenschaften einer abbildenden Optik nichts zu tun.

Normalobjektive (50 mm im Kleinbildformat) bewegen sich in der Regel bei Lichtstärken von 1:1,2 bis 1:2,8. In einigen Fällen können sie jedoch auch Lichtstärken bis 1:1,0 und mehr erreichen. Weitwinkel- und Teleobjektive weisen in der Regel Lichtstärken um 1:2,8 auf. Bei extremen Brennweiten kann die Lichtstärke, zur Volumens- und Gewichtsreduzierung, auch auf 1:4 oder 1:5,6 reduziert sein. Zoomobjektive (Vario-Objektive) teilen sich meist in solche mit konstant hoher Lichtstärke 1:2,8 oder in solche, kompaktere, mit geringerer, variabler Öffnung (z.B. 1:3,54,5). Eine höhere Lichtstärke bedeutet nicht automatisch höhere optische Abbildungsqualität, aber mehr künstlerischen Freiraum hinsichtlich kürzerer Belichtungszeiten.
Hier gilt aber auch: Je größer das Aufnahmeformat, desto markanter das Spiel mit Schärfe und Unschärfe (wichtig bei der Wahl von Digitalkameras , mit ihren unterschiedlichen Sensorformaten).




Lichtwert

Lichtwert (LW) bezeichnet in der Fotografie eine Schar von Kombinationen von Blendenzahl und Belichtungszeit, die zueinander äquivalent sind.