Kabinettformat

Als Kabinettformat bzw. besser bekannt als Kabinettkarte (auch Kabinettformat) bezeichnet man in der Fotografie ein um 1866 aufkommendes Format von Abzügen , das größer war als die zuvor kleineren Visitenporträts.

Verfahren

Bei der Kabinettkarte handelte es sich um Albuminpapierabzüge die auf Karton meist im Format 16,5×11,5cm (4¼×6½ bis 4×5¼ Zoll) aufgezogen wurde. Kabinettkarten waren meistens Atelierporträts. Üblicherweise war der Kartonrahmen meistens mit einer roten, schwarzen, oder goldenen Farbe umrandet. Der Karton selber war bis etwa 1890 in der Regel farblos, mit zeitgemäßen Verzierungen. Schließlich kamen die ersten farbigen Kartonoberflächen auf, meist in Farben wie dunkelgrün und braun. Ab Mitte der 1890er Jahren wurde das Kabinettformat in beliebigen Größen gefertigt, sowohl ein Fotoabzug auf einem übergroßen Karton, als auch beispielsweise ein Abzug auf Karton in der Breite gekürzt.

Geschichte

Als Kabinettformat wurde auch schon seit dem 16. Jahrhundert ein kleinformatiges Porträtbild bezeichnet, mit dem Kabinette ausgeschmückt wurden. Das fotografische Kabinett-Kartenformat wurde erstmals 1862 von den Fotografen George Wharton Simpson (1825–1880) und George Washington Wilson (1823–1893) für Landschaftsaufnahmen genutzt; es verbreitete sich, aus England kommend und durch die Verwendung durch den Londoner Fotografen Frederick Richard Window, ab 1866 auch für Portraitaufnahmen. Nach und nach verdrängte die Kabinettkarte die kleineren Visitenkartenportraits Anfang des 20. Jahrhunderts verlor das Kabinettformat zugunsten des Postkartenformat jedoch an Popularität und war bis zum Ende des Ersten Weltkrieges weitgehend vom Markt verschwunden.




Kontrast

Kontrast bezeichnet den Unterschied zwischen hellen und dunklen Bereichen (es unterscheidet helle und dunkle Farben), präziser die Steilheit der Tonwertkurve einer visuellen Darstellung. Umgangssprachlich wird auch von der Brillanz eines Bildes gesprochen, die aber im Unterschied dazu technisch nicht definiert ist.

Bei der Digitalfotografie tritt das Problem verstärkt auf, da die meisten Sensoren den Kontrastumfang nochmals verringern. Größere Sensoren in digitalen Spiegelreflexkameras können in der Regel einen höheren Kontrastumfang abbilden als kleinere Sensoren in Kompaktkameras. Neuere Digitalkameras versuchen den Dynamikumfang durch ein nichtlineares Ansprechverhalten (ähnlich dem menschlichen Auge) zu erweitern. Ein wichtiger Einflussfaktor auf den Kontrastumfang ist auch die gewählte ISO-Empfindlichkeit: höhere ISO-Empfindlichkeiten führen in der Regel zu einem niedrigeren darstellbaren Kontrastumfang.

Ein niedriger darstellbarer Kontrastumfang bewirkt, dass helle Bildteile heller, dunkle wiederum dunkler als im abgebildeten Motiv wiedergegeben werden. Das Bild erscheint so für den Betrachter kontrastreich (also das Gegenteil von „flau“), verfügt aber in diesem Fall über weniger dargestellte Details, d.h. in dunklen (Schatten) sowie in hellen Bereichen (Lichtern) ist keine Zeichnung mehr sichtbar. Ist es bei einem sehr kontrastreichen Motiv nicht möglich, den gesamten Tonwertumfang abzubilden, ist es oft günstiger, eher sehr knapp zu belichten, da ausgefressene Lichter kaum restauriert werden können, während zu dunkel geratene Bildpartien durch entsprechende Nachbearbeitung meistens noch gerettet werden können.

Bei der digitalen Nachbearbeitung von Bildern ist ein hoher Kontrastumfang jedoch in jedem Fall besser, da der Kontrast nachträglich in weiten Grenzen erhöht, aber nur sehr eingeschränkt wieder reduziert werden kann.

Eine Möglichkeit zur Kontrastbeeinflussung von Digitalfotos bietet die Aufnahme von Belichtungsreihen in Verbindung mit der Bildbearbeitung durch HDR-Software.

Der Kontrast ist ein Unterscheidungsmerkmal für den Helligkeitsverlauf eines Bildes, oder zwischen zwei Bildpunkten. Der Kontrastumfang oder die Dynamik beschreiben den Intensitätsunterschied zwischen dem hellsten und dunkelsten Punkt eines Bildes.

Während das menschliche Auge den in der Natur auftretenden enormen Kontrastumfang (zwischen hellem Sonnenschein und dem Dunkel der Nacht) relativ problemlos meistert (die Intensitäten werden nicht linear, sondern logarithmisch wahrgenommen), stoßen wir bei dem Bemühen, das Gesehene festzuhalten, an teilweise ernüchternde Grenzen.




Korrekturfilter

Gebräuchliche Korrekturfilter in der Schwarzweißphotographie sind Gelb-, Orange-, und Rotfilter. Sie dämpfen den Blauanteil und machen damit insbesondere Aufnahmen mit Blau-/Weißanteil (Himmel) kontrastreicher.

Für die Farbfotografie stehen eine ganze Reihe von farbigen Filtern zur Verfügung. Hervorzuheben sind rotbräunliche und die diversen Blaufilter zum Verwenden eines Kunstlichtfilms bei Tageslicht bzw. eines Tageslichtfilms bei Kunstlicht.

Ein häufiges Filter sowohl in der Farb- als auch der Schwarzweißphotographie ist das Skylight-Filter. Er verhindert einen Blaustich.

Polarisationsfilter entfernen (oder verstärken, je nach Einstellung des Polfilters) die Reflexe auf nichtmetallischen Flächen. Zudem erscheinen die Farben intensiver.