Backfokus

Als Backfokus bezeichnet man in der Fototechnik den Versatz der tatsächlichen Fokusebene eines Fotos von der Kamera weg, im Vergleich zu der beim Fokussieren, meist durch den Autofokus festgestellten Ebene. Ein Versatz der Fokusebene in Richtung zur Kamera hin wird als Frontfokus bezeichnet.




Bajonettverschluss

Als Bajonettverschluss bezeichnet man eine Vorrichtung zum leicht lösbaren Verbinden zweier Teile in der Richtung ihrer Längsachse.




Balgengerät

Ein Balgengerät ermöglicht in der Fotografie eine in der Länge verschiebbare Verbindung zwischen Objektiv und Kamera. Die Befestigung des Objektivanschlusses und des Kameraanschlusses wird auf einer Schiene bewegt. Zudem besteht mitunter die Möglichkeit der Verschwenkung des Objektiv- und/oder Kameraanschlusses. Ein Balgen verbindet das Objektiv und die Kamera lichtdicht. Das Balgengerät findet in der Makrofotografie Verwendung. Es ermöglicht, die bildweite erheblich zu vergrößern, wodurch die Gegenstandsweite verkleinert und der Abbildungsmaßstab vergrößert werden kann. Für den Einsatz am Balgengerät sind speziell für Nah- und Makroaufnahmen gerechnete Objektive mit relativ geringer Anfangsöffnung verfügbar. An einem Balgengerät lassen sich auch Objektive von Vergrößerungsapparaten sehr gut einsetzen, da diese für den Nahbereich mit Gegenstandsweiten um 30 bis 40 cm optimiert sind.

Lichtstarke Normalobjektive und insbesondere Weitwinkelobjektive erreichen oftmals eine wesentlich bessere Bildqualität, wenn sie in Umkehrposition mittels Umkehrringen am Filtergewinde befestigt werden.




Belichtung

Der Begriff Belichtung bezeichnet
Die Filmempfindlichkeit, der bei Digitalkameras die Empfindlichkeit des Bildsensors entspricht, wird heute überwiegend in ISO angegeben. Die Reihe der gängigen Werte lautet:

ISO 100 – 200 – 400 – 800 – 1600

Dabei bedeutet die aufsteigende Zahlenfolge nicht nur rechnerisch eine Verdopplung des vorausgehenden Wertes, sondern ein Film mit der nächsthöheren ISO-Angabe ist auch doppelt so lichtempfindlich wie der vorausgehende, in umgekehrter Reihenfolge halb so lichtempfindlich.

Die Wahl der Empfindlichkeit hängt zunächst vom Motivkontrast ab. Ist der Unterschied zwischen Licht (nicht weiß) und Schatten (nicht schwarz) im Motiv sehr groß, besitzt es also eine große Anzahl von fein differenzierten Zwischentönen, wählt man die höhere Empfindlichkeit, weil sie eine flachere Gradition aufweist und somit feinere Details wiederzugeben in der Lage ist. Dementsprechend wählt man bei geringem Motivkontrast eine niedrige Empfindlichkeit, weil die Gradation hier steiler ist und weniger differenzierte Zwischentöne umfasst.

Mit zunehmender Empfindlichkeit steigt aber bei Filmen das Sichtbarwerden seiner Körnigkeit, bei Digitalkameras das Bildrauschen. Daher sollte für die meisten Motive ein mittlerer Wert aus der vorstehenden Zahlenreihe ausreichend sein und nur in Ausnahmesituationen eine geringe Empfindlichkeit gewählt werden, wenn etwa Dokumente abgelichtet oder unter gestalterischem Gesichtspunkt kontrastreich nur wenige Details wiedergegeben werden sollen oder das Aufnahmelicht zu stark ist, hohe Empfindlichkeit, wenn das Aufnahmelicht zu schwach ist.

Liegt die Empfindlichkeit des Aufnahmematerials einmal fest, bestimmen nur noch die Werte von Blende und Zeit die Belichtung.

Blende ist zunächst einmal eine meist aus dünnen einzelnen Lamellen gebildete Öffnung in den Objektiven, deren Durchmesser sich häufig durch Drehen eines Ringes außen an den Objektiven vergrößern oder verkleinern lässt. Sodann meint Blende auch das Verhältnis von Öffnung zu Brennweite eines optischen Systems. Ein Teleobjektiv beispielsweise von 50 mm freier Öffnung (D) und 200 mm Brennweite (f) besitzt die Blende 50 : 200 = 1 : 4, auch f / 4 geschrieben. Die Öffnung selbst wird im Gegensatz zu anderen optischen Geräten bei den fotografischen Objektiven nicht angegeben, weil sie für die fotografische Praxis ohne weitere Bedeutung ist, sondern nur die Brennweite und die Blende, also 200 mm 1 : 4, wobei die angegebene Blende (hier 4) die größte einstellbare des Objektivs und damit seine Lichtstärke bezeichnet. Übliche Blenden sind:

f 2,8 – 4 – 5,6 – 8 – 11 – 16 – 22

Da die Blende ein reziproker Wert ist, bedeutet eine große, weit geöffnete Blende eine kleine Blendenzahl und eine kleine, eng geschlossene Blende eine große Blendenzahl. In der angegebenen Reihenfolge wird von Stufe zu Stufe die Lichtstärke des Objektivs und damit die auf das Aufnahmematerial einwirkende Belichtung halbiert, in umgekehrter Reihenfolge verdoppelt. So bezeichnet man den Unterschied in der Belichtung, der durch Verstellen um eine Blende zustande kommt, als Blendenwert, auch Lichtwert (LW) genannt. Somit entspricht ein Blendenwert einer Filmempfindlichkeitstufe. Daher kann ein Bild beispielsweise, das mit ISO 400 und Blende 16 belichtet wurde, bei gleich bleibender Belichtungszeit mit demselben Belichtungsergebnis auch mit ISO 200 und Blende 11 gemacht werden.

Die Blende dient aber nicht nur der Belichtungssteuerung, sondern sie legt auch die Schärfentiefe im Bild fest. Soll sich das zu fotografierende Objekt von unscharfem Hintergrund abheben, wählt man eine große Blende. Soll dagegen vom Vordergrund bis in den Hintergrund hinein gleichermaßen Schärfe liegen, nimmt man eine kleine Blende.

Das Abblenden eines Objektivs kann aber nicht beliebig betrieben werden, denn sein optisches Auflösungsverfahren ist proportional zu seinem Öffnungsverhältnis. Je größer die Öffnung und je kleiner die Brennweite, umso größer ist das Auflösungsvermögen. Mit dem Schließen der Blende wird bei gleich bleibender Brennweite daher auch das Auflösungsvermögen des Objektivs herabgesetzt. Ähnlich verhält es sich mit dem Auflösungsvermögen eines Films oder Sensors, das seiner Körnigkeit beziehungsweise der Anzahl seiner Pixel entspricht. Je feinkörniger desto höher ist die Auflösung. Vergleicht man nun die Auflösungsvermögen von Objektiv und Aufnahmematerial miteinander, gelangt man gewöhnlich bei Blende 16 in den Bereich, bei dem das Auflösungsvermögen des Objektivs das Auflösungsvermögen des Aufnahmematerials unterläuft. Allgemeine Bildunschärfe ist die Folge.

Belichtungszeit ist die Dauer, für die sich der Verschluss der Kamera öffnet und das Aufnahmematerial dem durch das Objektiv projizierten Bild aussetzt. Übliche Belichtungszeiten sind:

sec 1/15 – 1/30 – 1/60 – 1/125 – 1/250 – 1/500 – 1/1000

Wie bei der Blende wird auch hier in der angegebenen Reihenfolge die auf das Aufnahmematerial einwirkende Belichtung von Stufe zu Stufe halbiert, in umgekehrter Reihenfolge verdoppelt, so dass man auch den Unterschied zwischen zwei Werten in der Zeitreihe als Blendenwert oder Lichtwert bezeichnet.

Kurze Belichtungszeiten nimmt man, wenn das Aufnahmelicht sehr hell ist, oder um Bewegung zu stoppen, lange Belichtungszeiten, wenn das Aufnahmelicht schwach ist oder um Wisch- oder Fließeffekte zu erzielen. Bei Belichtungszeiten von 1/125 sec an abwärts besteht stets Verwacklungsgefahr, so dass Blitzlichteinsatz oder ein Stativ erforderlich werden.

Weil sowohl in der Blenden- als auch in der Zeitreihe die Lichteinwirkung in aufsteigender Reihenfolge halbiert und in absteigender Reihenfolge verdoppelt wird, lassen sich die für eine korrekte Belichtung erforderlichen Werte für die Blende und die Zeit gegeneinander verschieben. So erhält man dasselbe Belichtungsergebnis, wenn man statt mit Blende 8 und 1/250 sec mit weiter geöffneter Blende 5,6 aber verkürzter Zeit 1/500 sec belichtet.

Bei Belichtungszeiten von etwa 1/2000 sec an abwärts und bei Belichtungszeiten von einer Sekunde an aufwärts gilt diese Regel allerdings nicht mehr uneingeschränkt, denn tatsächlich wird für eine ausgewogene Belichtung mehr Licht benötigt, als die Regel angibt. Im Kurzzeitbereich spricht man vom Kurzzeiteffekt, im Langzeitbereich nach seinem Entdecker vom Schwarzschildeffekt.

Die Ermittlung von richtiger Blende und Zeit erfolgt mit Belichtungsmesser.

Bei den Belichtungsmessern gibt es zwei Arten Licht zu messen, nämlich die Lichtmessung und die Objektmessung.

Die Lichtmessung erfolgt am Motiv. Man muss also zu ihm hingehen, was nicht immer möglich ist. Diese Art der Messung kommt nur bei Handbelichtungsmessern vor, wobei das auf das Motiv einfallende Licht gemessen und der Belichtungsmesser mit vorgeschobener Kalotte vom Motiv aus in Richtung Kamera gehalten wird.

In umgekehrter Richtung, bei der Messung von der Kamera zum Motiv hin, handelt es sich um Objektmessung. Dabei wird das vom Motiv reflektierte Licht gemessen. Diese Art der Lichtmessung findet sich bei allen in die Kamera eingebauten Belichtungsmessern, ist aber auch eine Einsatzmöglichkeit der Handbelichtungsmesser, bei denen dann die Kalotte zur Seite zu schieben ist.

Die Objektmessung ist weniger zuverlässig, weil nicht das gleichmäßig einfallende Licht, sondern das reflektierte gemessen wird, das von den einzelnen Partien des Motivs recht unterschiedlich wiedergegeben werden kann. Das versuchen die Belichtungsmesser unter Zugrundelegung des mittleren Grau auszugleichen. Ist aber ein Motiv nicht durchschnittlich, sondern überwiegend hell oder überwiegend dunkel, setzen die Belichtungsmesser aufgrund ihrer Kalibrierung das Überwiegende als mittleres Grau voraus und verschieben so die Graustufung des Motivs in die eine oder andere Richtung, so dass helle Motive unterbelichtet und dunkle Motive überbelichtet wiedergegeben werden. Bei Schnee, Strand, weißer Hausfront, im tiefen Wald und ähnlichen Situationen besteht daher die Gefahr, falsch zu belichten.

Unterbelichtete Bilder wirken zu dunkel und in den Schatten erscheint keine Zeichnung mehr. Sie laufen zu, was in der Digitalfotografie regelmäßig mit verstärktem Bildrauschen verbunden ist, wenn man versucht, den Belichtungsfehler nachträglich im Bildbearbeitungsprogramm am Rechner auszugleichen. Überbelichtete Bilder sind zu hell. In den Lichtern erscheint keine Zeichnung mehr, sie wirken ausgefranst und die Farben verwaschen.

Mögliche Fehler bei der Belichtungsmessung lassen sich auf verschiedene Art und Weise vermeiden. Einfach ist eine Belichtungsreihe mit mindestens drei, um einen halben oder einen drittel Blendenwert unterschiedlichen Belichtungen. Einfach ist es auch, ein helles oder dunkles Motiv nicht direkt sondern seitlich des eigentlichen Motivs, da wo sich mittleres Grau findet, zu messen und die Kamera mit diesen Werten auf das Motiv zu schwenken. Zuverlässig und einfach ist es, die beiden vorgenannten Methoden miteinander zu kombinieren. Zuverlässig aber umständlich ist das Messen über eine Graukarte.




Belichtungsautomatik

Die Belichtungsautomatik ist ein Begriff aus de Fototechnik und ein Ausstattungsmerkmal moderner Fotoapparate, welche die automatische Belichtungssteuerung durch Koppelung von Blende und Verschluss ermöglicht. Voraussetzung für die Belichtungsautomatik ist ein in der Kamera eingebauter Belichtungsmesser.




Belichtungskorrektur

Die Belichtungskorrektur ist ein Begriff aus der Fototechnik und bezeichnet den Vorgang, bewusst von dem Belichtungswert abzuweichen, den der Belichtungsmesser des Fotoapparates anzeigt. Durch diese Abweichung oder "Korrektur" wird das Bild heller oder dunkler, als die Belichtungsautomatik oder der Belichtungsmesser es vorgibt. Eine Belichtungskorrektur ist immer dann angezeigt, wenn die Motivhelligkeit nicht der Normung der Belichtungsautomatik entspricht.




Belichtungsreihe

Unter einer Belichtungsreihe versteht man in der Fotografie eine abgestufte Reihe von Belichtungen, um den Objektumfang einer Vorlage oder eines Motivs möglichst präzise auf den Kopierumfang eines fotografischen Materials zu übertragen bzw. abzustimmen. Dabei wird das selbe Motiv mehrmals bei unterschiedlichen Belichtungseinstellungen abgebildet (beispielsweise +/- einer halben oder drittel Blendenstufe). Belichtungsreihen können sowohl beim Fotografieren selbst wie auch während des Erstellens von Vergrößerungen im Fotolabor zur Anwendung kommen.

Die Veränderung der Belichtung erfolgt entweder über die Dauer der Belichtungszeit oder wird über die Blende gesteuert.

Moderne elektronisch gesteuerte Kameras können Belichtungsreihen zu meist drei, fünf oder sieben Bildern automatisch erstellen.

Eine Belichtungsreihe, bei der auf den einzelnen Bildern ein bewegtes Objekt zu sehen ist.

Auch in der Digitalfotografie sind Belichtungsreihen anzuraten, wenn es sich um komplexe Lichtverhältnisse handelt, die in weit mehr Situationen auftreten als viele Amateure ahnen. In vielen Fällen empfiehlt sich dazu auch der Wechsel von automatischer zu manueller Belichtungsmesser. Ein Beispiel dafür sind Bühnenaufnahmen, wo der störende Einfluss der zahlreichen Punktlichtung - nämlich die Scheinwerfer, die Blitze und Leuchten anderer Fotografen etc. - bei Ausschnitt- und/oder Perspektivwechseln eine halbwegs gleichmäßige Belichtung etwa einer Fotoserie des Hauptmotivs bei Verwendung einer Automatik beinahe regelmäßig ausschließt.

Manche Digitalkameras verfügen außerdem über die Funktion einer Weißabgleichs-Belichtungsreihe. Hierbei werden unter Beibehaltung der gleichen Belichtungszeit mehrere Aufnahmen mit einem Abgleich auf unterschiedliche Farbtemperaturen aufgenommen.




Belichtungszeit

Unter der Belichtungszeit versteht man die Zeitspanne, in der ein photosensibles Medium (z. B. bei herkömmlichen Kameras, CMOS- oder CCD-Senors bei Digitalkameras) zur Aufzeichnung eines Bildes dem Licht ausgesetzt wird. Bei der Fotografie wird die Belichtungsdauer (bzw. Belichtungszeit) oft als '1/15s', '1/30s' (s für Sekunde) angegeben. Zusammen mit der Blendenöffnung bestimmt die Belichtungszeit die auf das Medium einfallende Lichtmenge. Eine korrekte Belichtung des Mediums ist abhängig von der Helligkeit des Motivs, der einfallenden Lichtmenge und der Empfindlichkeit des Mediums ISO-, ASA- oder DIN-Zahl). Bei gegebener Motivhelligkeit und Empfindlichkeit des Mediums führt nur eine bestimmte Lichtmenge zu einer richtigen Belichtung. Die Lichtmenge ergibt sich hierbei aus dem Quotienten aus Belichtungszeit und Blendenöffnung. Eine zu kurze Belichtungszeit führt daher zu unterbelichteten, eine zu lange Belichtungszeit zu überbelichteten Bildern.

Die Belichtungszeit wird als zu steuernde Verschlusszeit an der Kamera eingestellt oder auf andere geeignete Weise gebildet (insbesondere wenn die benötigte Belichtungszeit außerhalb des von der Kamera gesteuerten Verschlusszeitenbereichs liegt). Die notwendige Belichtungszeit wird mit zunehmendem Lichteinfall (Helligkeit) sowie zunehmender Lichtempfindlichkeit des Bildaufnehmers (ISO-Zahl- je höher, umso lichtempfindlicher) kürzer. Ermittelt wird die richtige Belichtungszeit mit einem (meist in die Kamera integrierten) Belichtungsmesser.

Die Belichtungszeit kann je nach eingesetzter Technik von Bruchteilen einer Sekunde bis hin zu Stunden reichen. Bei extrem kurzen Zeiten (unter ca. 1/5000s) wird von Kurzzeitfotografie gesprochen, bei Zeiten über ca. 5s von Langzeitbelichtung (insbesondere bei Nachtaufnahmen, mikroskopischen Aufnahmen, Astrofotographie). Bei Langzeitaufnahmen auf Film ist der Schwarzschildeffekt zu beachten.

Zu lange Belichtungszeiten können zu unscharfen ("verwackelten") Bildern führen. Die für ein ausreichend scharfes Ergebnis nötige Belichtungszeit ist von vielen Faktoren abhängig: Verwendung von Stativ, Brennweite des Objektivs, optisch stabilisierter Objektive oder gewünschte Auflösung des Bildes. Je länger die Brennweite des Objektives ist, um so kleiner der abgebildete Blickwinkel, und um so größer der Einfluss einer Winkeländerung der Kamera innerhalb der Belichtungszeit. Bei Kameras mit Kleinbildfilm gilt für Freihandaufnahmen als Faustregel, dass die Belichtungszeit nicht länger als der Kehrwert der Brennweite sein sollte. Bei einem 50 mm Objektiv an der Kleinbildkamera sollte die Belichtungszeit also ca. 1/60 s, bei einem 500 mm Objektiv ca. 1/500s nicht überschreiten.

Neben der Blende ist die Belichtungszeit das wichtigste Mittel zur Gestaltung fotografischer Werke. Sie bestimmt ob der Propeller eines Flugzeuges als verschwommener Kreis (längere Belichtungszeit) oder als scheinbar stehender Propeller (kurze Belichtungszeit) abgebildet wird (siehe auch Bewegungsunschärfe). Umgekehrt erzwingen gewünschte Blenden (insbesondere zur Erzeugung bestimmterSchärfentiefe) im allgemeinen bestimmte Belichtungszeiten. Ausnahmen können durch Verwendung spezieller Filmempfindlichkeiten oder durch Graufilter erreicht werden.




Beugungsunschärfe

Beugungsunschärfe ist in der Fotografie die Bezeichnung für eine das gesamte Bild betreffende Schärfeminderung, die durch Beugungseffekte an der Blende im Objektiv verursacht wird.

Die Schärfentiefe nimmt bei einer gegebenen Brennweite grundsätzlich mit dem Schließen der Blende zu. Bei einigen Motiven, insbesondere in der Makrofotografie, benötigt man eine möglichst hohe Schärfentiefe, um das Objekt vollständig scharf abgebildet zu erhalten. Dies wird durch starkes Abblenden, das heißt durch die Wahl einer kleinen Blendenöffnung erreicht. Dann treten allerdings die Effekte der Beugungsunschärfe auf, die den möglichen Gewinn an Schärfentiefe wieder kompensieren. In vielen Fällen ist daher ein Kompromiss zwischen Schärfentiefe und Beugungsunschärfe erforderlich. Dieser Kompromiss wird auch förderliche Blende oder optimale Blende genannt. Bei einem Abbildungsmaßstab von 1:1, das heißt, das abzubildende Objekt wird auf dem Sensor oder Film in der gleichen Größe dargestellt, kann man als Richtwert für die Förderliche Blende den Wert 22 annehmen.

Die Beugungsunschärfe ist direkt von der realen Größe der Blendenöffnung abhängig und nicht von der Blendenzahl. Je kleiner das Loch ist, desto stärker fällt die Beugungsschärfe aus. In vielen Digitalkameras sind die Bildsensoren deutlich kleiner als das im analogen Bereich weit verbreitete Kleinbildformat (36Χ24 mm²). Bei den in diesen Digitalkameras eingesetzten Objektiven mit kurzer Brennweite kommen besonders kleine Blenden zum Einsatz. Entsprechend hoch ist die Beugungsunschärfe. Viele digitale Kompaktkameras verfügen daher nicht über Blendenwerte oberhalb von 8. Allerdings haben diese Kameras bedingt durch den kleinen Sensor und die kurze Brennweite eine große Schärfentiefe.




Bewegungsunschärfe

Als Bewegungsunschärfe bezeichnet man in der Fotografie eine auf Zonen begrenzte Unschärfe in Bildern bewegter Objekte. In der Geschichte der Fotografie war dies anfangs ein unerwünschter Effekt, daher mussten Personen und Objekte im 19. Jahrhundert noch mehrere Sekunden stillhalten, um scharf abgelichtet zu werden. Je nach Kameraführung kann dabei das bewegte Objekt oder, wie beim Mitziehen, der Hintergrund unscharf dargestellt sein. Das Gegenteil hiervon ist die Schärfe. Beim meist ungewollten Verwackeln ist hingegen das gesamte Bild unscharf.

Bewegungsunschärfe entsteht durch eine merkliche Bewegung der fotografierten Objekte während der Belichtung.

Den Haupteinfluss auf die Bewegungsunschärfe haben dabei die relative Geschwindigkeit des bewegten Objektes im Zusammenspiel mit der Belichtungszeit; durch eine kürzere Verschlusszeit kann Bewegungsunschärfe vermindert, jedoch nicht in jedem Fall ganz vermieden werden.

Auch in der Bildbearbeitung spielt der Effekt der Bewegungsunschärfe eine wichtige Rolle. Häufig, um Bildern einen Hauch von Bewegung zu verleihen. Daher gibt es in den meisten modernen Bildbearbeitungsprogrammen synthetische Bewegungsunschärfe-Effekte, die sich durch Filter, wie z.B. das Weichzeichnen hervorrufen lassen.

In einem gewissen Grad kann Bewegungsunschärfe zum Zwecke der Bildrestaurierung auch durch spezielle Filteralgorithmen reduziert oder beseitigt werden.




Bildebene

Als Bildebene bezeichnet man in der Photographie den Bereich des optischen Systems einer Kamera , an dem durch Einstellen der Brennweite am Objektiv eine scharfe Abbildung des photographierten Objektes erfolgen soll. Tatsächlich werden in der Bildebene nur Objekte scharf abgebildet, die sich in der Gegenstandsweite vor der Linse befinden. Näher oder weiter entfernte Objekte werden in der Bildebene unscharf abgebildet.

Bei analogen Fotokameras ist diese Abbildungsebene mit der Filmebene identisch, das heißt mit der Aufnahmeebene, an der die Belichtung der lichtempfindlichen Schicht des Films stattfindet.

Bei Digitalkameras befindet sich in der Bildebene der Bildwandler (CCD oder CMOS). Dieser ist ein elektronische Bauelement (lichtempfindlicher Halbleiter ), der das Licht - proportional zur Lichtintensität - in eine mehr oder weniger starke elektrische Spannung umwandelt.

Die Anordnung der Bildebene in einer Kamera beruht wie ihr Strahlengang auf den physikalischen Gesetzen der Optik.




Bildprozessor

Der Bildprozessor ist eine der wichtigsten Komponenten einer Digitalkamera. Neben dem Objektiv und dem Bildsensor spielt er eine wesentliche Rolle bei der Herstellung des digitalen Bildes . Seine Güte ist für die Qualität der Aufnahme mitentscheidend.

  • Farbdarstellung

    Der Bildprozessor wertet die Farb- und Helligkeitswerte jedes einzelnen Pixels aus und vergleicht die Informationen mit denen der benachbarten Bildpunkte. Ein komplexer Algorithmus berechnet die korrekte Farbe und Helligkeit des jeweiligen Pixels. Gleichzeitig analysiert der Bildprozessor das gesamte Bild, um die korrekte Kontrastverteilung zu ermitteln. Durch die Anpassung des Gammawertes (Erhöhen oder Verringern des Kontrastumfangs der Mitteltöne des Bildes) werden feine Farbverläufe - etwa bei der menschlichen Haut oder dem Blau des Himmels - realistischer dargestellt.

  • Rauschunterdrückung

    Als Rauschen werden Störungen bezeichnet, die bei allen elektronischen Schaltkreisen auftreten. Auf Digitalfotos zeigt sich Bildrauschen in Form von unregelmäßig auftretenden Bildpunkten, die in Farbe und/oder Helligkeit von der Umgebung abweichen. Verstärkt wird der Effekt durch höhere Umgebungstemperaturen, längere Belichtungszeiten oder höhere ISO-Einstellungen.

    Bei hohen ISO-Werten (= hoher Empfindlichkeit des Sensors) wird das elektronische Signal im Bildsensor angehoben und somit gleichzeitig das Rauschen verstärkt, wodurch das Signal-Rausch Verhältnis sinkt. Der Bildprozessor versucht, Bild- und Störsignale voneinander zu trennen und so das Rauschen zu unterdrücken. Dies ist insbesondere bei Bildbereichen mit feinen Detailstrukturen schwierig. Werden diese fälschlicherweise vom Bildprozessor als Rauschen betrachtet und behandelt, verlieren sie an Zeichnung.

  • Glatte und scharfe Kanten

    Nachdem die Farb- und Helligkeitswerte für jedes Pixel interpoliert wurden, zeichnet der Bildprozessor die Aufnahme etwas weich, um eventuelle Farbabweichungen in einzelnen Pixel auszugleichen. Um dennoch ein scharfes und detailreiches Bild zu erhalten, werden anschließend Kanten und Konturen nachgeschärft. Die Qualität des Ergebnisses hängt davon ab, wie gut der Bildprozessor Kanten erkennt und diese glatt und ohne Überschärfen reproduziert.

  • Geschwindigkeit

    Besonders angesichts der stetig steigenden Megapixel Zahl bei Digitalkameras ist die Verarbeitungsgeschwindigkeit des Bildprozessors zunehmend wichtig. Um Wartezeiten im Arbeitsablauf möglichst auszuschließen, müssen sie also auch hinsichtlich ihrer Geschwindigkeit ständig optimiert werden.




  • Bildsensor

    Ein Bildsensor ist eine Vorrichtung zur Aufnahme von zweidimensionale Abbildern aus Licht auf elektrischem oder mechanischem Wege. In den meisten Fällen werden als Bildsensoren Halbleiterdetektoren verwendet. Es existieren auch zweidimensionale Bildsensoren für die Aufnahme anderer Strahlungsarten.




    Bildbearbeitung

    Der Schwerpunkt von Bildbearbeitung ist es, die Fehler zu beheben, die beim Fotografieren oder anderen Bilderfassungen entstehen können, zum Beispiel Über- und Unterbelichtung, Unschärfe, Kontrastschwäche, Bildrauschen, rote Augen Effekt, Stürzende Linien etc.. Durch diese Fehler wirken Bilder oft zu dunkel, zu hell, zu unscharf oder anderweitig mangelhaft.

    Bildbearbeitung beinhaltet Techniken wie Retusche, Unscharf markieren, Abwedeln und andere Optimierungsmethoden.

    Bei der digitalen Bildbearbeitung handelt es sich um die computergestützte Bearbeitung von digitalen Bildern, üblicherweise von Rastergrafiken, meist Fotos oder gescannten Dokumenten.

    Die nötige Hard- und Software ist sehr preisgünstig zu bekommen, daher ist diese Art der Bildbearbeitung weit verbreitet. Die Möglichkeiten digitaler Bildbearbeitung sind extrem vielfältig und meist nur durch die mangelnden Kenntnisse des Bearbeiters beschränkt.

    Die traditionelle Bildbearbeitung beinhaltet Foto-, Negativ- und Diabearbeitung. Für diese Art der Bildbearbeitung sind spezielle Geräte, Materialien und Kenntnisse notwendig.

    Diese Art der Bildbearbeitung ist eine Domäne für Spezialisten. Die Möglichkeiten sind sehr vielfältig; durch den oft sehr großen Aufwand aber ökonomisch nicht sinnvoll.

    Die Software mit der die Bildbearbeitung erfolgt, nennt man Bildbearbeitsprogramm, wobei es zahlreiche Bearbeitungsfunktionen gibt, die sich zumeist in einem Programmmenü, einer Symbolleiste oder einer Werkzeugleiste befinden. Beispiele hierfür sind:





    Bildrauschen

    Als Bildrauschen bezeichnet man die Verschlechterung eines digitalen bzw. elektronisch aufgenommenen Bildes durch Störungen, die keinen Bezug zum eigentlichen Bildinhalt, dem Bildsignal, haben. Die störenden Pixel weichen in Farbe und Helligkeit von denen des eigentlichen Bildes ab. Das Signal-Rausch-Verhältnis ist ein Maß für den Rauschanteil. Das Erscheinungsbild des Bildrauschens ist nicht direkt mit dem so genannten "Korn" bei der Fotografie auf herkömmlichem Filmmaterial vergleichbar, hat jedoch ähnliche Auswirkungen auf die technische Bildqualität, insbesondere die Detailauflösung. In manchen Bildern wird das Bildrauschen auch zur künstlerischen Gestaltung herangezogen.

    Bei elektronischen Bildsensoren, wie CCD - und CMOS-Sensoren ist das Bildrauschen zu einem großen Teil Dunkelrauschen; es tritt also auf, ohne dass Licht auf den Sensor fällt. Grund für dieses Rauschen ist einerseits der Dunkelstrom der einzelnen lichtempfindlichen Elemente (Pixel), andererseits auch Rauschen des Ausleseverstärkers (Ausleserauschen). Bei einzelnen Bildpunkten mit besonders hohem Dunkelstrom (aufgrund von Fertigungsungenauigkeiten oder Defekten im Bildsensor) spricht man von Hotpixeln.Mit einschlägigen Nachbearbeitungsverfahren kann dieser unerwünschte Effekt unterdrückt werden. Da der Dunkelstrom von Pixel zu Pixel unterschiedlich ist, können diese Variationen durch Subtraktion eines Dunkelbilds eliminiert werden; damit wird das Dunkelrauschen reduziert. Die Elektronik, die dem Bildsensor nachgeschaltet ist, kann auch noch Quelle weiterer Anteile des Dunkelrauschens sein.

    Zusätzlich zum Dunkelrauschen gibt es auch (meist kleinere) Anteile des Bildrauschens, die von der aufgenommenen Lichtmenge abhängen. Dazu zählt das Schrotrauschen, das durch die Zufallsverteilung der Anzahl von Photonen entsteht, die in einem Pixel auftreffen, sowie kleine zufällige Schwankungen der Lichtempfindlichkeit der Pixel (daher auch häufig als "Photonenrauschen" bezeichnet).

    Bildrauschen wird auch durch die Pixelgröße, sowie den Pixelabstand des Bildsensors beeinflusst. Je geringer der Pixelabstand zu den einzelnen Pixel eines Bildsensors sind und je kleiner die Pixelgröße ist, desto weniger Photonen (Licht) können die einzelnen Pixel aufnehmen und das bedeutet mehr Rauschen bzw. mehr Störsignale beim Bildsensor. Das Rauschen bei einem Bildsensor wird bei höheren ISO-Lichtempfindlichkeiten bemerkbar. Man spricht auch beim Abstand der Pixel bzwFotodioden von Pixelpitch eines Bildsensors. In der Praxis bedeutet dies, je mehr Pixel beispielsweise ein APS-C Format Bildsensor hat desto größer wird das Bildrauschen gegenüber anderen APS-C-Format Sensoren mit weniger Megapixeln, denn mehr Megapixel bedeutet gleichzeitig auch einen geringeren Pixelabstand und eine geringere Pixelgröße der einzelnen Fotodioden am Bildsensor.

    Bei Digitalkameras werden die Helligkeitswerte in digitale Werte (ganze Zahlen) umgewandelt. Bei diesem Prozess entsteht das so genannte Quantisierungsrauschen, weil die kontinuierlichen Signale des Bildsensors in diskrete Werte umgewandelt werden.

    Störendes Bildrauschen kann durch verschiedene Verfahren reduziert werden. Bei den meisten Verfahren nimmt der Fotograf jedoch Einbußen anderer Qualitätsmerkmale (beispielsweise Bildschärfe) einer Fotografie in Kauf.

    Folgende Verfahren werden üblicherweise eingesetzt:
    Das Dunkelrauschen kann auch durch Kühlen des Sensors reduziert werden, jedoch wird dies bisher nur bei Kameras für astronomische und wissenschaftliche Zwecke eingesetzt.




    Bildstabilisierung

    Als Bildstabilisierung bezeichnet man in der Fotografie Verfahren zur Vermeidung von Verwacklungsunschärfe.

    Die so genannte Freihandgrenze für das Fotografieren ohne Stativ liegt nach einer bewährten Faustregel beim Reziprokwert (Kehrwert) der Brennweite (entsprechend der Brennweite des Kleinbildformates) des jeweiligen Objektivs; bei ruhiger Hand sind bei einem 200-mm-Teleobjektiv also verwacklungsfreie Aufnahmen ab einer Verschlusszeit von 1/200 Sekunde oder kürzer möglich; für Superteleobjektive gilt diese Faustregel allerdings nur noch eingeschränkt.

    Der praktische Gewinn einer Bildstabilisierung liegt – nach Herstellerangaben – bei bis zu vier Blendenstufen, sie ermöglicht demnach eine bis zu sechzehnfach längere Belichtungszeit. Das bedeutet, dass der Fotograf durch eine Bildstabilisierung bei einer Available-Light-Aufnahme mit einer Belichtungszeit von 1/3 Sekunde und einem 50-mm-Normalobjektiv in etwa dieselbe Verwacklungsarmut erzielen kann wie bei einer Belichtung mit 1/50 Sekunde, der Freihandgrenze für die Aufnahmesituation. Daher erweitert ein Bildstabilisator die Möglichkeiten der Freihandfotografie in Bezug einerseits auf die Verschlusszeit sowie andererseits auf die Brennweite des Objektivs.

    Bei der Verwendung langer Brennweiten(> 200 mm) und bei schlechten Lichtverhältnissen kann es bei Freihandaufnahmen leicht zur Verwacklung der Aufnahmen kommen, zum Einen durch unruhige Kamerahaltung mit der Hand, zum Anderen durch Bewegungen des ganzen Körpers. Um Verwacklungsunschärfe zu vermeiden bzw. verringern, gibt es eine Reihe technischer Möglichkeiten:
    Während die ersten beiden Methoden die Verschlusszeit verkürzen, gleichzeitig aber eine Verringerung der Bildqualität zur Folge haben, bedeuten die beiden letzten Methoden für den Fotografen die Anschaffung und ggf. Mitführung von mehr Zubehör.




    Bildweite

    Die Bildweite beschreibt den Abstand zwischen dem von einer optischen Linse oder einem Spiegel erzeugten Bild und der bildseitigen Hauptebene entlang der optischen Achse . Bei einzelnen dünnen Linsen kann die Hauptebene durch die Linsenmitte angenähert werden.

    Ein reelles Bild hat eine positive Bildweite, bei Linsen sind dann Gegenstand und Bild auf den gegenüberliegenden Seiten. Hingegen erscheint ein virtuelles Bild "hinter" der Linse zu liegen, wenn man durch sie in Richtung des Gegenstandes blickt, also auf der Seite des Gegenstandes. Die Bildweite ist in diesem Fall negativ.




    Blende

    Die Blende ist eine Vorrichtung an Kameras, mit deren Hilfe der Lichteinfall durch das Objektiv geregelt werden kann. Je größer die Blendenzahl wird, desto weniger Licht kann durch das Objektiv dringen. Zum Beispiel lässt das Objektiv bei der Blendenzahl-Einstellung 5.6 weniger Licht durch als bei 2.8.

    Andererseits beeinflusst die Blende mit ihrer ringförmigen Abschattung die Schärfentiefe. Mit größerer Blendenzahl und damit kleinerer Blendenöffnung wird nicht nur die wirksame Lichtmenge verringert, auch die Unschärfenkreise werden durch den spitzeren Lichtkegel kleiner. Folglich vergrößert sich der Bereich des Motivs, der noch als scharf wahrgenommen wird, bis der zulässige Grenzwert erreicht wird. Der Bereich der scharfen Abbildung (Schärfentiefe) nimmt beim Schließen der Blende also zu. Daraus folgt:
    Im Sprachgebrauch der Fotografie wird der Begriff "Blende" auch als Kurzform für "Blendenöffnung" benutzt, und beispielsweise anstatt von "großer Blendenöffnung" von "großer Blende" gesprochen. Dieser Sprachgebrauch ist üblich, kann aber zu Missverständnissen führen da eine große Öffnung einer kleinen Blendenzahl (und umgekehrt) entspricht.

    In manchen einäugigen Spiegelreflex-Kameras kann der Fotograf die Schärfentiefe beurteilen, indem er mit einem kurzen Druck auf die Abblendtaste die Arbeitsblende der Kamera aktiviert.




    Blendenautomatik

    Als Blendenautomatik oder Zeitvorwahl wird eine Belichtungsautomatik bei Kameras bezeichnet, bei der die Belichtungszeit des Verschlusses von Hand vorgewählt wird: Die Kamera stellt den Wert der von der Belichtungsmessung als geeignet bestimmten Blendenzahl automatisch ein. Kameras, die über eine Blendenautomatik oder Zeitvorwahl verfügen, werden auch als Blendenautomaten bezeichnet. Auf dem Betriebsarten-Wählrad der meisten Kameras wird dieser Modus mit |S| oder |Tv| gekennzeichnet.

    Die Verschlusszeit ist ein fotografisches Gestaltungsmittel. Mit ihr werden wichtige Eigenschaften des Bildes wie die Bewegungsunschärfe beeinflusst. Die Blendenautomatik wird dann eingesetzt, wenn der Fotograf beispielsweise bei der Sportfotografie bewusst eine möglichst kurze Belichtungszeit anstrebt, um rasche Bewegungen der Sportler im Bild "einfrieren" zu können, oder in der Naturfotografie , wenn durch eine möglichst lange Belichtungszeit das Verwischen der Konturen von fließendem Wasser angestrebt wird.

    Die meisten modernen Spiegelreflexkameras verfügen über eine Blendenautomatik, bei Kompaktkameras besitzen meistens höherwertige Modelle diese relativ gezielte Steuerungsmöglichkeit der Belichtung.




    Blendenkupplung

    Die Blendenkupplung ist ein Begriff in der Fotoapparatetechnik zur Kopplungs-Funktionalität von Kameragehäuse und Objektiv , und kann mehrerlei bedeuten:





    Blendenreihe

    Eine Blendenreihe ist eine Folge von Aufnahmen, bei der die Blende stufenweise geöffnet oder geschlossen wird, während die Belichtungszeit gegenläufig verkürzt bzw. verlängert wird, sodass die effektive Belichtung gleich bleibt.

    Blendenreihen werden eingesetzt, um Aufnahmen mit unterschiedlicher Schärfentiefe zu erhalten oder um eine Kamera oder ein Objektiv zu testen.

    Blendenreihe ist ein Begriff aus der Fotografie. Er bezeichnet die Gesamtheit aller möglichen Blendeneinstellungen eines Objektivs, sortiert von der größten zur kleinsten Blendenöffnung.

    Bei den Blendenzahlen handelt es sich um relative Werte, die sich durch Division der Brennweite durch den effektiven Öffnungsquerschnitt ergeben. Die alte (vollständige) Schreibweise der Blendenzahl (BZ) lautete dementsprechend f/(BZ); "f/4" entspricht der heutigen Blendenzahl 4.

    Der Wert bei voll geöffneter Blende wird als Lichtstärke bezeichnet. Ein Objektiv mit Blende 2 hat bei 50 mm Brennweite einen effektiven Öffnungsquerschnitt von 25 mm, ein 135 mm-Teleobjektiv hat dagegen bereits einen Durchmesser von 67,5 mm. Deshalb werden Objektive mit längerer Brennweite im allgemeinen mit geringer Lichtstärke gefertigt oder sind bei hoher Lichtstärke überproportional teurer.

    Die Blendenzahl ist der Nenner eines Bruchs ; daraus erklärt sich der scheinbare Widerspruch, dass eine größere Blendenzahl eine kleinere Blendenöffnung bezeichnet.

    Ganze Blendenstufen

    f/ 0,5 0,7 1,0 1,4 2 2,8 4 5,6 8 11 16 22 32 45 64 90 128

    Jede Zahl wird aus der vorhergehenden durch Multiplikation mit der Wurzel aus 2 berechnet und gerundet. Die mathematische Funktion, die aus dem Lichtwert diese Blendenreihe liefert ist

    Blendenzahl = 2 hoch (Lichtwert / 2)
    Hier fällt auf, dass die mathematisch richtigen Werte sich nicht genau mit der üblichen Blendenreihen-Konvention decken, die Unterschiede sind für die fotografische Praxis vernachlässigbar:

    1 - 1,4 - 2 - 2,8 - 4 - 5,7 - 8 - 11,3 - 16 - 22,6 - 32 - …

    An der Blendenreihe kann man die Lichtmenge, die durch die Blende fällt, abschätzen. Da sich der Durchmesser jeweils um etwa Wurzel aus 2 ändert, wird die aktive Fläche verdoppelt bzw. halbiert. Entsprechend verdoppelt oder halbiert sich auch die Belichtungszeit, für den Fall, dass das Bild gleich belichtet werden soll. Ein voller Schritt in der Blendenreihe nach unten (z. B. von 4 auf 2,8) entspricht daher der Verdopplung der Lichtmenge und damit der Halbierung der Belichtungszeit. Umgekehrt gilt dies natürlich analog.

    Halbe Blendenstufen

    (gerundet)

    f/ 1,0 1,2 1,4 1,7 2 2,4 2,8 3,4 4 4,8 5,6 6,7 8 9,5 11 13 16 19 22

    Halbe Blendenstufen lassen sich an vielen manuellen Objektiven am Blendenring einstellen. In der Regel sind sie nicht beschriftet.

    Drittel-Blendenstufen

    (gerundet)

    f/ 1,0 1,1 1,2 1,4 1,6 1,8 2 2,2 2,5 2,8 3,2 3,6 4 4,5 5,0 5,6 6,3 7 8 9 10 11 12,5 14 16 18 20 22

    Moderne Kameras sind häufig in der Lage, Drittel-Blendenstufen einzustellen. Dies geschieht dann meist elektronisch über ein Wahlrad an der Kamera. Die Drittelstufen oder andere abweichende Werte werden oft angegeben, um die Anfangsöffnung von Objektiven zu beschreiben, wenn diese nicht mit einer ganzen Blendenstufe übereinstimmt. Viele Standard-Zoomobjektive haben zum Beispiel eine Anfangsöffnung von 3,5 bis 4,5, je nach Brennweite.




    Blitzlicht

    Unter der Sammelbezeichnung Blitzlicht werden in der fotografie Beleuchtungseinrichtungen zusammengefasst, die für die notwendige Objektausleuchtung im Moment der Aufnahme mittels eines Lichtblitzes sorgen. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von der Blitzlichtfotografie.

    Eine kurze, blitzartige Beleuchtung reicht in der Fotografie wegen der relativ kurzen Belichtungszeiten aus. Dazu muss die Zeit, in der das Blitzlicht ausgelöst und vom Objekt reflektiert wird, mit der Verschlusszeit der Kamera synchronisiert werden. Da der Blitz im Vergleich zu üblichen Verschlusszeiten nur sehr kurz leuchtet, muss er zu einem Zeitpunkt ausgelöst werden, zu dem der Verschluss vollständig geöffnet ist. Die kürzeste Verschlusszeit, bei der ein Schlitzverschluss den Film bzw. Sensor zu einem Zeitpunkt vollständig freigibt, nennt man Blitzsynchronzeit.

    Durch unterschiedliche Blitzmethoden können verschiedene Effekte und Stimmungen im Foto erreicht werden.

    Ein wichtiges Kriterium beim Blitzlicht ist die Lichtfarbe– angegeben in Kelvin. Die meisten aktuellen Blitzgeräte strahlen ein neutral weißes Licht – ähnlich direktem Sonnenlicht – von 5500 K bis 6500 K ab. Sie lassen sich daher problemlos mit Sonnenlicht kombinieren (zum Beispiel beim Aufhellblitzen). In Innenräumen wirkt Blitzlicht zum Beispiel im Vergleich zu Glühlampenlicht eher kalt, so dass man hier Mischlicht eher vermeiden sollte – außer für kreative Effektfotografie.

    Die Leitzahl (LZ) eines Blitzes dient der einfachen Berechnung der Kameraeinstellungen bei Verwendung von Blitzbirnen oder manuellen Einstellungen bei Computerblitzgeräten.

    Der Leuchtwinkel eines Blitzgerätes steht für die maximale Objektivbrennweite, bei der das von der Kamera aufgenommene Bild noch vollständig ausgeleuchtet werden kann.

    Die Belichtung kann über die Leuchtdauer eingestellt werden. Manche Elektronenblitzgeräte können während der Aufnahme selbst eine Belichtungsmessung durchführen. Bei modernen Kamerasystemen hat sich die Steuerung des Blitzes durch die Kamera durchgesetzt (etwa bei der TTL-Blitzmessung).

    Die gängigsten Bauformen sind das Aufsteck-, das Stab- und das Ringblitzgerät. Letzteres dient vorwiegend zur gleichmäßigen Ausleuchtung in der Makrofotgrafie.

    Viele moderne Fotokameras haben ein Blitzlicht eingebaut. Hochwertige Kameras verfügen zudem über einen so genannten Blitzschuh, auf den externe Blitzgeräte aufgesteckt werden können. Ein Vorteil des Blitzeinsatzes bei der Makrofotografie liegen in der Erzielung einer größeren Schärfentiefe sowie Detailausleuchtung (dazu das Beispielbild eines Schmetterlings).

    Dieses Bild eines männlichen Geißklee-Bläulings wurde ohne Blitzlichteinsatz mit Tageslicht (bei bedecktem Himmel) gemacht. Die Schärfentiefe ist relativ gering, der Schmetterling befindet sich aber noch ausreichend innerhalb der scharfen Bildebene. Der Hintergrund ist (erwünscht) verschwommen und hebt so das Motiv hervor. Die Farben sind nah an der Realität und es tritt durch die diffuse Lichtquelle von oben nur ein sehr moderater, natürlicher Schattenwurf auf. Das Bild wirkt eher weich kontrastiert und "harmonisch".
    Dieses Foto wurde mit dem in der Kamera eingebauten Elektronenblitz angefertigt. Im Vergleich ist die Schärfentiefe etwas höher; auch erscheinen Details wie die blaue Beschuppung der Flügeloberseite kontrastreicher und klarer. Der Körper wird intensiver ausgeleuchtet - allerdings "künstlich" von der Seite. So treten auch seitliche Verschattungen auf (z. B. am linken Fühler) und die Zeichnung der Flügelunterseite ist weniger gut erkennbar. Der Hintergrund wird durch die kurze Verschlusszeit und die kleinere Blende stärker abgedunkelt. Das Bild wirkt infolge der Blitzbelichtung "härter" und schärfer.

    Die Belichtungssteuerung erfolgt bei Blitzaufnahmen durch die eingestellte Blende und die Lichtleistung des Blitzgeräts. Bei Studio-Blitzgeräten und besseren Blitzgeräten kann man zudem den Reflektor schwenken und ggf drehen, um nicht direkt, sondern indirekt mit dem von einer weißen Fläche (z.B. Raumdecke) reflektierten Licht zu blitzen. Die Verschlusszeit hat, außer in Sonderfällen, keinen Einfluss auf die eigentliche Blitzbelichtung. Besonders komfortabel ist eine in die Kamera eingebaute Belichtungsautomatik, die sowohl den Blitz als auch die Objektivblende steuern kann. Aber auch Elektronenblitzgeräte mit eigenständiger Lichtsteuerung erlauben in der Regel zuverlässig korrekte Blitzaufnahmen. Ohne solche Automatiken benötigt man einen Blitzbelichtungsmesser oder man arbeitet nach Tabellen und Erfahrungswerten. Eine gute Hilfestellung sind auch die Histogramme moderner digitaler Kameras. Um möglichst kurze Blitzsynchronzeiten zu erreichen, muss der Ablauf der Verschlussvorhänge möglichst schnell sein. Dafür hat man im Laufe der Zeit verschiedene effiziente Techniken entwickelt.

    So genannte Systemblitzgeräte arbeiten eng mit der Kamera zusammen und entlasten im Automatikbetrieb den Fotografen von solchen Einstellungen. Sie passen die Blitzleistung und/oder die Blende an die aktuelle Lichtsituation an. Dabei wird – in nicht zu dunkler Umgebung – oft noch eine lange Belichtungszeit gewählt um das vorhandene Licht einzufangen und durch den Blitz die Lichtstimmung möglichst wenig zu stören.

    Bei vielen Blitzgeräten kann man die Leitzahl auch stufenweise verringern (meist auf 1/2, 1/4, 1/8 usw.).




    Blitzsynchronanschluss

    Als Blitzsynchronanschluss, einfach nur Synchronanschluss, bezeichnet man eine standardisierte Anschlussbuchse an Fotoapparaten, an die systemfremde Blitzgeräte oder Blitzanlagen in der Studiofotografie angeschlossen werden.




    Blitzsynchronzeit

    Als Blitzsynchronzeit, Synchronzeit, Offenzeit oder X-Sync bezeichnet man in der Fotografie die kürzeste Zeitspanne, in der der Verschluss eines Fotoapparates vollständig geöffnet ist und der Blitz die gewünschte Leistung vollständig abgibt, der Verschlussablauf also synchronisiert ist mit dem Blitzgerät.

    Typische Blitzsynchronzeiten heutiger Kleinbildkameras mit Schlitzverschluss sind 1/60, 1/125 oder 1/250 Sekunde; in diesem Bereich liegen auch die meisten kompakten Digitalkameras. Einige schnelle Kleinbild-Spiegelreflexkameras erlauben Blitzsynchronzeiten von 1/300 Sekunde. Viele moderne Kameras unterlaufen durch HSS in Verbindung mit speziellen Blitzgeräten die Einschränkungen durch Blitzsynchronzeiten und ermöglichen die Blitzlichtfotografie mit jeder einstellbaren Verschlusszeit, allerdings mit reduzierter Blitzleistung und unter Verringerung des Einfriereffekts von Bewegungsabläufen durch den Blitz. Realisiert wird diese Technik durch eine schnelle Folge mehrerer kleinerer Blitze oder durch eine verlängerte Blitzabgabe während der gesamten Verschlusszeit. Die Kamerahersteller haben für diese Blitzbetriebsart die Bezeichnungen FP-Modus oder Super FP-Modus eingeführt. Ein weiteres Gestaltungswerkzeug bieten moderne Kameras durch Langzeitsynchronisation des Blitzlichts auf den ersten oder zweiten Verschlussvorhang.

    Die schnellsten handelsüblichen digitalen Spiegelreflexkameras erlauben Blitzsynchronzeiten von 1/500 Sekunde. Auch einige kompakte Digitalkameras haben derart kurze Synchronzeiten. Gelegentlich ist die Synchronzeit kürzer als die Öffnungszeit des Verschlusses.

    Unabhängig von der Abbrenndauer des Blitzes erfolgt für die Dauer der Blitzsychronzeit eine Belichtung des Sensors durch das Umgebungslicht. Dies verursacht, wenn es hinreichend stark ist, Bewegungsunschärfen und Geisterbilder.

    Reduzieren kann man diese bis zu einem gewissen Grad durch Abblenden/geringere ISO-Zahl und Nutzen der vollen Blitzleistung.

    Blitzaufhellung bei großer Blende (kleiner Blendenzahl) und starkem Umgebungslicht

    Die Umgebungshelligkeit allein würde schon eine geringere Belichtungszeit als die Blitzsynchronzeit erfordern. In diesen Fällen kommt es zu Überbelichtungen bei Blitzeinsatz. Primäre Ursache ist nicht der Blitz, sondern das Fremdlicht.

    Reduzieren lässt sich dieser Effekt durch
    Beide führen zu einer (deutlichen) Reduzierung der effektiven Blitzleistung, erlauben aber Fotografieren mit großer Blende bei viel Fremdlicht und Blitzeinsatz.

    Stand der Technik wäre es in solchen Fällen, dass auch bei Blendenvorwahl die Kamera die Blende schließt, um auf diese Weise eine ordnungsgemäße Belichtung zu erlauben. Viele (moderne?) Kameras erzeugen aber in solchen Fällen überbelichte Bilder.




    Blooming

    Als Blooming bezeichnet man in der Digitalfotografie einen hellen Streifen, der von besonders hellen, überbelichteten Bildstellen ausgeht. Dieser Effekt tritt vor allem bei älteren CCD-Kameras auf.

    Ursache dafür ist, dass die einzelnen lichtempfindlichen Elemente (Pixel) eines CCD -Sensors nur eine begrenzte Ladungsmenge aufnehmen können. Wird ein Bildelement zu stark belichtet, so wird diese Ladungsmenge überschritten, und die Zelle gibt die überzähligen Ladungen an die Nachbarzellen ab. Da diese natürlich auch nur eine begrenzte Ladungsmenge aufnehmen können, kann sich der Blooming-Effekt abhängig von der Beleuchtungsstärke deutlich ausweiten. Dabei fließen die Ladungen vor allem zwischen jenen Zellen, die zum Ladungstransport beim Auslesen des CCD-Sensors miteinander gekoppelt sind. Bei allen Videokameras und den meisten anderen CCD-Kameras ist das die senkrechte Richtung (parallel zur kurzen Seite des Bilds). Die meisten vom Blooming betroffenen Zellen haben also die maximale Ladungsmenge und erscheinen im Bild überbelichtet (maximale Helligkeit; bei Farbkameras zumindest eine Farbe gesättigt, oder weiß, wenn alle Farben gesättigt sind).

    Als Maßnahme gegen den Blooming-Effekt kann man zwischen den Zellen so genannte Anti-Blooming Gates (ABG) anbringen, damit überschüssige Ladungen abgegeben werden können. Da diese ABGs aber die Pixelgröße und somit die Empfindlichkeit verringern, ist diese Lösung nicht immer praktikabel. Außerdem kann ein Anti-Blooming Gate auch bewirken, dass bei langen Belichtungszeiten schon Ladungen abfließen, bevor eine Speicherzelle voll ist. Daher werden auch noch heute hochempfindliche CCD-Sensoren ohne ABG hergestellt.

    Blooming ist nicht mit dem "Smear"-Effekt zu verwechseln, bei dem nicht Ladungsträger unerwünschterweise weiterfließen, sondern die Belichtung des CCD-Sensors während des Verschiebens der Ladungen zu einem Streifen führt. Im Gegensatz zu dem meist scharf begrenzten Blooming-Streifen reicht der Streifen des Smear-Effekts immer bis zum Bildrand und erscheint nicht völlig überbelichtet.




    Brennweite

    Die Brennweite f ist in der Optik der Abstand des Brennpunkts, auch Fokus genannt, von der ihm zugeordneten Hauptebene einer Linse oder eines Hohlspiegels.

    Physikalisch gesehen ist die Brennweite die Entfernung einer Linse zu ihrem Brennpunkt. Sammellinsen und Hohlspiegel bündeln in diesem Punkt auf der optischen Achse sämtliche parallel einfallenden Lichtstrahlen.

    Ein Beispiel: Bündelt man Sonnenlicht mit Hilfe einer Sammellinse auf eine Projektionsfläche (im Folgenden "Bildebene"), so entsteht auf dieser ein Abbild der Sonne. Die Größe des projizierten Abbildes verändert sich hierbei mit dem Abstand der Linse zur Bildebene. Ist die Größe des Bildes am kleinsten, entspricht der Abstand der Linse zur Bildebene genau der Brennweite der Linse.

    Der Punkt genau in der Mitte des Bildes ist der Fokus. Befindet sich ein brennbarer Gegenstand (wie zum Beispiel Papier) im Fokus, kann dieser so stark erhitzt werden, dass er entflammt (daher auch die Namensgebung).

    Objekte, die näherungsweise unendlich weit entfernt sind (entspricht parallel einfallendem Licht, in unserem Beispiel die Sonne), werden (nur) im Fokus scharf abgebildet. Für näher liegende Objekte muss der Abstand der Linse zur Bildebene vergrößert werden.

    In der Fotografie bestimmt die Brennweite eines Objektivs zusammen mit dem Aufnahmeformat den Bildwinkel und damit den bildausschnitt vom Objekt. Ein Objektiv, dessen Brennweite etwa der Diagonalen des Aufnahmeformats entspricht, wird als Normalobjektiv für das jeweilige Format bezeichnet.

    Der Zusammenhang zwischenObjektweite, Bildweite und Brennweite einer Linse ist in der Abbildungsgleichung enthalten.

    Bei Sammellinsen ist die Brennweite positiv, bei Zerstreungslinsen negativ.